Was messen Sie: Erwähnung, Zitat, Empfehlung oder Besuch?
Sie messen vier Größen getrennt: Erwähnung, Zitat, Empfehlung und Besuch. Zusammen ergeben sie die KI-Sichtbarkeit, also das, was Generative Engine Optimization (GEO) verbessern soll. Die vier Größen entstehen an unterschiedlichen Stellen und lassen sich nicht ineinander umrechnen. Ein Unternehmen kann häufig erwähnt werden, ohne dass je ein Link auf seine Website gesetzt wird.
In der folgenden Beispielansicht sind die drei genannten Betriebe Erwähnungen, die verlinkten Websites darunter Zitate.
KI-Assistent
BeispielansichtWelcher Elektriker in Hannover hat einen Notdienst?
- 1.Betrieb A: Notdienst rund um die Uhr
- 2.Betrieb B: Notdienst an Werktagen
- 3.Betrieb C: Notdienst auf Anfrage
| Größe | Definition | So erfassen Sie sie | Was sie nicht aussagt |
|---|---|---|---|
| Erwähnung | Ihr Unternehmen wird im Antworttext namentlich genannt | Stichprobe: Antwort lesen und Namen suchen | Ob die Nennung positiv ausfällt (Tonalität) und ob die Angaben stimmen |
| Zitat | Eine Ihrer Seiten wird als Quelle verlinkt | Quellenliste der Antwort, KI-Berichte von Google und Bing | Ob Ihr Name im Text fällt und ob jemand klickt |
| Empfehlung | Ihr Unternehmen wird auf eine Auswahlfrage hin vorgeschlagen | Stichprobe mit Auswahlfragen wie „Welcher Anbieter …?“ | Ob dieselbe Frage morgen dieselbe Auswahl liefert |
| Besuch | Jemand klickt in der Antwort auf einen Link zu Ihrer Website | Webanalyse, Verweise von KI-Diensten | Wie viele Menschen die Antwort gelesen haben, ohne zu klicken |
Die Reihenfolge ist zugleich eine Rangfolge der Messbarkeit. Besuche zählt Ihre Webanalyse automatisch, Zitate liefern inzwischen teilweise die Anbieter, Erwähnungen und Empfehlungen sehen Sie nur in der eigenen Stichprobe. Wer nur Besuche zählt, übersieht einen wesentlichen Teil der Wirkung: die Antworten, die gelesen, aber nicht angeklickt werden.
Welche Daten liefern Google, Bing und ChatGPT selbst?
Google und Bing liefern seit 2026 eigene Berichte zu KI-Antworten, ChatGPT und Perplexity bislang nicht (Stand: Oktober 2026). Diese Daten sind die verlässlichste Grundlage, weil sie nicht auf einer Stichprobe beruhen. Sie zeigen aber nur Zitate, also verlinkte Seiten.
Google Search Console: Bericht zu generativen KI-Funktionen
Die Search Console weist Einblendungen in AI Overviews und im KI-Modus seit dem 31. August 2026 für alle Websites getrennt aus. Der Generative AI performance report zählt Impressionen: wie oft ein Link auf Ihre Website in einer generativen KI-Funktion der Google-Suche gezeigt wurde. Auswerten lässt sich das nach Seite, Land, Gerät und Datum.
Zwei Lücken bleiben. Der Bericht nennt weder die Suchanfragen noch die Klicks, und bei sehr wenigen Impressionen erscheint er gar nicht. Sie erfahren also, welche Seiten Google als Quelle heranzieht, aber nicht, zu welchen Fragen.
Bing Webmaster Tools: AI Performance
Microsoft zeigt in den Bing Webmaster Tools seit Februar 2026 als öffentliche Vorschau, wie oft Ihre Seiten in Copilot und in den KI-Zusammenfassungen von Bing als Quelle zitiert werden. Der Bericht „AI Performance“ nennt die Zahl der Zitate, die zitierten Seiten und eine Auswahl der Suchphrasen, mit denen die KI Ihre Inhalte abgerufen hat.
ChatGPT und Perplexity: Verweise in der Webanalyse
Für ChatGPT und Perplexity bleibt die Webanalyse die einzige eigene Datenquelle. ChatGPT hängt an Links aus der Suche nach Angaben von OpenAI die Kennung utm_source=chatgpt.com an, Besuche von Perplexity erscheinen mit der Quelle perplexity.ai. In Google Analytics filtern Sie den Bericht zur Akquisition nach der Sitzungsquelle. Sichtbar sind dort nur Besuche von Nutzern, die der Analyse zugestimmt haben.
Wie stellen Sie ein Fragenset für die Stichprobe zusammen?
Ein gutes Fragenset besteht aus zehn bis zwanzig Fragen in der Sprache Ihrer Kunden, verteilt auf mehrere Fragetypen und danach nicht mehr verändert. Das Fragenset ist Ihr Messinstrument. Ändern Sie den Wortlaut, messen Sie etwas anderes, und der Vergleich mit dem Vormonat ist dahin.
Die Messung im Überblick
- 01Fragenset festlegen
- 02KI-Systeme abfragen
- 03Antworten protokollieren
- 04Quoten je System bilden
- 05Bericht erstellen
- 06Nach vier Wochen wiederholen
Die Fragen stammen am besten aus echten Quellen: Anfragen per E-Mail und Telefon, Beratungsgesprächen und den Suchanfragen in Ihrer Search Console. Lassen Sie den eigenen Firmennamen in allen Gruppen außer der letzten weg. Sonst messen Sie, was die KI über Sie weiß, und nicht, ob sie Sie von sich aus nennt.
| Fragengruppe | Beispiel | Anzahl | Was die Gruppe zeigt |
|---|---|---|---|
| Anbieterkategorie | „Welche Steuerberater in Hannover betreuen Selbstständige?“ | 6 | Ob Sie bei der Anbietersuche genannt werden |
| Vergleich | „Steuerberater oder Buchhaltungssoftware für Freiberufler?“ | 4 | Ob Ihre Inhalte als Quelle für Abwägungen dienen |
| Problem oder Anlass | „Was tun bei einer Nachzahlung ans Finanzamt?“ | 4 | Ob Ihre Ratgeber zitiert werden |
| Kosten und Ablauf | „Was kostet eine Steuererklärung beim Steuerberater?“ | 3 | Ob Preis- und Ablaufangaben von Ihnen stammen |
| Eigenes Unternehmen | „Welche Leistungen bietet die Kanzlei Mustermann an?“ | 3 | Ob die Angaben über Sie stimmen |
Wie läuft die monatliche Messung ab?
Die Messung folgt jeden Monat demselben Ablauf mit denselben Fragen, Systemen und Einstellungen. Nur dann lassen sich zwei Durchgänge vergleichen. Planen Sie für zehn Fragen in zwei Systemen etwa eine Stunde ein.
- 1
Bedingungen festlegen
Legen Sie einmal schriftlich fest, welche Systeme Sie abfragen, ob Sie angemeldet sind, von welchem Standort aus und in welcher Sprache. Die Websuche muss eingeschaltet sein.
- 2
Neue Unterhaltung je Frage
Öffnen Sie für jede Frage eine neue Unterhaltung. Frühere Fragen beeinflussen sonst die Antwort.
- 3
Wortlaut exakt übernehmen
Kopieren Sie die Frage aus dem Arbeitsblatt, statt sie neu zu tippen. Kleine Änderungen verändern die Antwort.
- 4
Antwort sichern
Speichern Sie den vollständigen Antworttext und die Quellenliste mit Datum, als Kopie oder als Bildschirmfoto.
- 5
Protokoll ausfüllen
Tragen Sie je Antwort die Felder aus der folgenden Tabelle ein.
- 6
Kernfragen doppelt stellen
Stellen Sie die fünf wichtigsten Fragen ein zweites Mal. So sehen Sie, wie stark die Antworten schwanken.
- 7
Nach vier Wochen wiederholen
Gleiche Fragen, gleiche Systeme, gleiche Einstellungen.
| Feld | Was Sie eintragen | Wozu es dient |
|---|---|---|
| Datum und Uhrzeit | Tag und Zeitpunkt der Abfrage | Vergleichbarkeit über die Zeit |
| System und Modus | Name des Systems, Websuche an oder aus, angemeldet oder abgemeldet | Antworten hängen von den Einstellungen ab |
| Wortlaut | Die Frage exakt so, wie Sie sie gestellt haben | Kleine Änderungen verändern die Antwort |
| Erwähnung | Ja oder nein, und an welcher Stelle der Antwort | Grundlage der Erwähnungsquote |
| Tonalität | Fällt die Nennung positiv, neutral oder kritisch aus? | Eine häufige, aber kritische Nennung ist kein Erfolg |
| Zitat | Ist eine Ihrer Seiten verlinkt, und welche? | Grundlage der Zitierquote |
| Empfehlung | Werden Sie bei einer Auswahlfrage vorgeschlagen? | Grundlage der Empfehlungsquote |
| Wettbewerber | Wer wird stattdessen genannt? | Einordnung des eigenen Ergebnisses |
| Quellen | Welche Websites werden verlinkt? | Zeigt, wo sich Präsenz lohnt |
| Richtigkeit | Stimmen Adresse, Leistungen, Preise und Öffnungszeiten? | Fehler führen zu den Datenquellen, die korrigiert werden müssen |
Welche Kennzahlen bilden Sie aus dem Protokoll?
Aus dem Protokoll entstehen vier Kennzahlen, die Sie für jedes System getrennt bilden. Rechnen Sie die Systeme nicht zu einem Gesamtwert zusammen, denn sie stützen sich auf unterschiedliche Quellen.
- Erwähnungsquote: Antworten mit Nennung Ihres Unternehmens, geteilt durch alle Antworten.
- Zitierquote: Antworten mit einem Link auf Ihre Website, geteilt durch alle Antworten.
- Empfehlungsquote: Auswahlfragen, bei denen Sie vorgeschlagen werden, geteilt durch alle Auswahlfragen.
- Fehlerzahl: Antworten mit falschen Angaben zu Ihrem Unternehmen, als absolute Zahl.
Dieselben Quoten können Sie für jeden genannten Wettbewerber bilden. Der Vergleich innerhalb desselben Fragensets entspricht dem, was Werkzeuge als Share of Voice ausweisen. Einen allgemein gültigen Zielwert gibt es nicht. Ihr Maßstab ist die eigene Ausgangsmessung: Bewegt sich eine Quote über drei oder mehr Durchgänge in dieselbe Richtung, ist das ein Trend. Ein einzelner Ausschlag ist Schwankung.
Wie sieht ein Bericht aus, der sich vergleichen lässt?
Ein vergleichbarer Bericht nennt zuerst die Methode und trennt dann Sichtbarkeit von Wirkung. Ohne Angabe von Fragenset, Systemen und Datum ist keine Zahl darin überprüfbar. Die folgende Vorlage passt auf eine Seite.
Nicht überprüfbar
- Ein Sichtbarkeitswert ohne Herkunft
- Kein Datum, kein Fragenset
- Alle Systeme in einer Zahl
Vergleichbar
- Fragenset und Datum genannt
- Quoten getrennt je System
- Sichtbarkeit und Wirkung getrennt
| Abschnitt | Inhalt | Quelle |
|---|---|---|
| Methode | Zeitraum, Version des Fragensets, abgefragte Systeme und Einstellungen | Messprotokoll |
| Sichtbarkeit | Erwähnungs-, Zitier- und Empfehlungsquote je System, mit Vormonat und Ausgangsmessung | Stichprobe |
| Quellen | Die am häufigsten verlinkten Websites und die genannten Wettbewerber | Stichprobe |
| Richtigkeit | Falsche Angaben über Ihr Unternehmen und die vermutete Quelle des Fehlers | Stichprobe |
| Anbieterdaten | KI-Impressionen nach Seite aus der Search Console, Zitate aus den Bing Webmaster Tools | Google und Bing |
| Wirkung | Besuche über KI-Dienste, Suchanfragen nach Ihrem Firmennamen, eingegangene Anfragen | Webanalyse und Search Console |
| Maßnahmen | Was seit dem letzten Bericht umgesetzt wurde und was als Nächstes folgt | Projektplan |
Die Suchanfragen nach Ihrem Firmennamen gehören bewusst dazu. Wer Ihr Unternehmen in einer KI-Antwort liest und es Tage später bei Google sucht, taucht in der Statistik als Markensuche auf und nicht als Besuch über einen KI-Dienst.
Wie lesen Sie die Ergebnisse richtig?
Eine Stichprobe liefert selten ein eindeutiges Urteil, aber fast immer einen Hinweis, wo die Arbeit beginnen sollte. Vier Muster kommen besonders häufig vor:
- Sie werden nicht genannt, die Quellen sind Verzeichnisse und Bewertungsportale: Dann fehlen vollständige und einheitliche Einträge. Das ist Arbeit an der lokalen Sichtbarkeit, nicht an Texten.
- Wettbewerber werden über Fachartikel zitiert: Ihnen fehlen Inhalte, die eine Frage so klar beantworten, dass ein Abschnitt übernommen werden kann.
- Sie werden genannt, aber mit falschen Angaben: Suchen Sie die Quelle des Fehlers. Meist ist es ein veralteter Eintrag in einem Verzeichnis oder eine alte Unterseite Ihrer eigenen Website.
- Die Ergebnisse schwanken stark: Das ist normal. Urteilen Sie erst nach mehreren Durchgängen.
Was Sie nach der Messung zuerst angehen
- Falsche Angaben zu Ihrem Unternehmen an der Quelle korrigieren. Das ist dringender als jede neue Erwähnung.
- Unternehmensdaten auf der Website, im Google Unternehmensprofil und in den großen Verzeichnissen angleichen.
- Für die drei wichtigsten Fragen Ihrer Kunden je einen Abschnitt schreiben, der die Antwort in den ersten zwei Sätzen gibt.
- Prüfen, auf welchen der zitierten Websites ein Eintrag oder Fachbeitrag für Sie realistisch erreichbar ist.
Wo stößt die Messung an Grenzen?
Jede Messung von KI-Sichtbarkeit ist eine Stichprobe und keine Vollerhebung. Die Anbieter veröffentlichen nicht, welche Fragen wie oft gestellt werden. Ein Suchvolumen wie bei Suchbegriffen gibt es für Fragen an eine KI deshalb nicht.
- Schwankung: Dieselbe Frage kann am selben Tag unterschiedliche Antworten liefern. Aussagekräftig sind Anteile über viele Abfragen.
- Personalisierung: Verlauf, Standort und Einstellungen verändern die Antwort. Was Sie sehen, sieht nicht jeder Ihrer Kunden.
- Trainingsstand: Ohne Websuche antwortet ein Modell aus seinem Trainingsstand. Aktuelle Änderungen an Ihrer Website wirken dort nicht kurzfristig.
- Unsichtbare Wirkung: Wer die Antwort liest und nicht klickt, hinterlässt keine Spur in Ihrer Webanalyse.
- Keine Vergleichbarkeit zwischen Werkzeugen: Jeder Anbieter berechnet seinen Sichtbarkeitswert aus eigenen Fragen und Gewichtungen. Zwei Werte aus zwei Werkzeugen lassen sich nicht vergleichen.
Brauchen Sie ein Tool, um KI-Sichtbarkeit zu messen?
Für den Einstieg nicht. Bis etwa zwanzig Fragen in drei Systemen, also sechzig Antworten je Durchgang, lässt sich die Messung von Hand mit einer Tabelle führen. Spezialisierte Werkzeuge automatisieren dieselbe Stichprobe und lohnen sich, wenn das Fragenset wächst oder mehrere Standorte zu beobachten sind. Ihre Ergebnisse bleiben Schätzungen. Achten Sie darauf, dass Sie das Fragenset selbst festlegen und einsehen können.
Fazit: erst messen, dann optimieren
KI-Sichtbarkeit lässt sich messen, wenn Sie die Methode vor das Werkzeug stellen: festes Fragenset, datierte Ausgangsmessung, getrennte Auswertung je System und ein Bericht, der seine Methode nennt. Was Sie mit den Ergebnissen tun, beschreibt der Ratgeber GEO und SEO. Unser Vorgehen bei der Ausgangsmessung finden Sie auf der Seite GEO & KI-Sichtbarkeit, die technische Grundlage prüft ein SEO-Audit. Wenn Sie Ihr Fragenset oder Ihr Protokoll mit uns durchgehen möchten, können Sie die Messmethode besprechen.
